Workshop Schwarz-Weiß-Fotografie

Die Welt sehen in schwarz-weiß

Schwarz-Weiß-Fotografie-Werstattgruppe

„Das Ende der Privatheit“ fotografisch umzusetzen, scheint auf den ersten Blick eine große Herausforderung zu sein.
Während unserer Arbeit in der Fotogruppe am Wochenanfang nahmen die Ideen, die in die Runde geworfen wurden, immer mehr Gestalt an, sodass die Entscheidung am Mittwoch, dem einzigen Tag, an dem wir die Zeit hatten unsere Arbeiten anzufertigen, zunächst schwer fiel. Außerdem musste bei der Planung berücksichtigt werden, dass auf den Bildern keine Farben als Gestaltungshilfsmittel einzusetzen sein würden, denn die Kameras waren mit Schwarz-Weiß-Filmen bestückt. Letztendlich beschlossen wir zwei Fotostrecken zu produzieren. (Die Ideen hätten auch noch für eine dritte gereicht, die Zeit leider nicht.)

Wir wählten zum Einen das Thema Überwachung.
Hören wir den Begriff Überwachung, denken wir zunächst nur an Kameras.
Bei genauerem Hinschauen merken wir, dass Überwachung viel mehr bedeutet, häufiger und vielseitiger auftritt. Wir beschlossen also das Abstrakte zu personalisieren: Eine Person sollte eine andere einen Tag lang scheinbar unbemerkt begleiten und bei allen Tätigkeiten beobachten. Zwei Models, die die einzelnen Szenen des fiktiven Tagesablaufes nachstellen wollten, waren in unserer Gruppe schnell gefunden. Zwei „Fotografen“ gesellten sich hinzu.

Grüppchen Nummer zwei verfolgte einen anderen Ansatz. Hier wollten wir den „gläsernen Menschen“ darstellen. Schließlich gibt jede Person, ob freiwillig oder unfreiwillig, immer mehr von sich Preis. Ganz symbolisch hüllten wir eine spärlich bekleidete Mitschülerin in durchsichtige Folie und bastelten eine Handtasche, die ihren Inhalt für jedermann sichtbar zur Schau stellte.

So begaben sich beide Teilgruppen auf Fotosafari. Die eine zog es an alltägliche und eher private Orte, wie Bett, Bad, Briefkasten, Balkon… . Die andere bevorzugte die öffentlichen Plätze, wie Supermarkt, Bus und Bahn.
Der spannendste Moment folgte am Abend, als wir uns an das Entwickeln der Filme wagten. Da wir analog fotografierten, konnten wir uns nicht so sicher sein, ob am Ende wirklich etwas zu sehen ist, denn Schärfe und Belichtung ließen sich auf dem nicht vorhandenen Display nicht kontrollieren.
20 Minuten banges Warten für die einen vor und 20 Minuten Fingerfertigkeitstraining für die anderen in der Dunkelkammer galt es durchzustehen, während die Filme zum Entwickeln vorbereitet wurden. Wahrscheinlich hätten wir die Entwicklungszeiten, die strikt eingehalten werden müssen, damit am Ende Licht dem Film nichts mehr anhaben kann, gerne verkürzt.
Endlich konnten wir dann aber tatsächlich unser Ergebnis als Negativ betrachten.

Am Folgetag mussten wir auf dem Leuchttisch auswählen, welche Bilder wir entwickeln wollten, um sie am Freitag in einer Ausstellung zu präsentieren. Das Erstellen der Abzüge erforderte von uns allen viel Disziplin, aber am späten Abend konnten wir unsere Fotos bewundern.
Das Ideensammeln für die Ausstellungsgestaltung und das Vorbereiten der Präsentation waren das Tüpfelchen auf dem i. Die interessierten Blicke der Besucher krönten den gelungenen Abschluss einer erlebnisreichen Woche.
Danke dafür.

Text und Bild: Schwarz-Weiß-Fotografie-Werkstattgruppe
FAMI-Klasse MI 91 des OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung Berlin Lichterfelde

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